Auf dem Château-Thierry-Platz fand in Mosbach die Kundgebung „Klang der Demokratie“ statt, organisiert von uns als HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis, zusammen mit dem Aktionsbündnis Demokratie und Menschenrechte.
Trotz strömenden Regens versammelten sich rund 300 Menschen, um ein lautstarkes Zeichen für Freiheit, Vielfalt und Demokratie zu setzen.
Die Kundgebung begann mit musikalischen Beiträgen des Blasmusikverbands Bauland-Odenwald-Tauber, die Freiheitslieder spielten und den Klang der Demokratie eindrucksvoll untermalten.
Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen gegen HETZE und für ein solidarisches Miteinander. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, dass sie bereit sind, für die Werte der Demokratie einzustehen und sich gegen extremistische und verfassungsfeindliche Positionen zu stellen. Mit den Liedern der Freiheit und den vielfältigen Klängen des Lebens wurde die Partnerschaft mit der Demokratie gefeiert und ihre Lebendigkeit betont.
„Klang der Demokratie“ war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Menschen zusammenkommen können, um ihre Überzeugungen zu teilen und für eine gerechte und vielfältige Gesellschaft einzutreten. Wir haben als Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis mit dieser Veranstaltung gezeigt, dass Engagement und Zusammenhalt die Grundlage für eine lebendige Demokratie sind.
Birgit Lallathin schloss ihre Rede mit den Worten: „Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist und lebendig bleiben wird.“
Wir danken allen Teilnehmenden und Unterstützenden, die trotz des schlechten Wetters ein starkes Zeichen für Demokratie gesetzt haben.






Rede auf Demo am 21. Februar 2026 11.00 Uhr
Birgit Lallathin, Pfrn i.R.
Chateau-Thierry-Platz Mosbach
Kundgebung
Klang der Demokratie
„Und als sie sich 80 Jahre kannten, und man kann sagen, sie kannten sich gut, kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie anderen Leuten ein Stock oder Hut“…
Liebe Freunde und Freundinnen, Liebhaber*innen der Demokratie!
Sie kennen dieses Gedicht von Erich Kästner wahrscheinlich, das das traurige Ende einer früher einmal tiefen und vertrauten Liebesbeziehung eines Paares beschreibt.
Sie haben bemerkt, dass ich aus den im Gedicht beschriebenen acht Jahren 80 Jahre gemacht habe.
Eine Liebe, eine schwierige, hart umkämpfte, oft gefährdete Liebe mal emotional, mal sachlich gelebt, das beschreibt, so meine ich, das Verhältnis der Deutschen zur Demokratie, zu ihrer, zu UNSERER Demokratie. Vor gut achtzig Jahren wurde die Bundesrepublik Deutschland im Westen unseres Landes gegründet.
Ja, Demokratie braucht Demokraten, ja, sie braucht Demokratinnen! Nur, wenn darüber Konsens besteht, können wir überhaupt von einer Demokratie im Land sprechen.
Die Demokratie braucht Engagement! Sie ist nicht einfach da. Sie ist kein Besitz, sie ist vielmehr lebendiger Prozess.
Wer eine Liebesbeziehung vernachlässigt, wem der Partner oder Partnerin egal geworden ist, gleichgültig wie ein Regenschirm, den man irgendwo abgelegt hat und bei Sonnenschein überhaupt nicht vermisst, der riskiert die Beziehung.
Demokratie ist nicht selbstverständlich!
1000 Blumensträuße, hundert Feiertagsreden, Wahlsonntage, wenn sie als lästige Pflicht absolviert werden, all das ersetzt keine lebendige Beziehung, schon gar keine Liebe!
Demokraten und Demokratinnen stehen zu ihrer Überzeugung, sie erheben ihre Stimme.
Sie schweigen nicht, wenn andere Stimmen laut werden, die Menschen gegeneinander aufhetzen.
Sie schweigen nicht, wenn Mitmenschen diffamiert werden,
Wer schreit, diffamiert, wird eine Antwort erhalten. In der Demokratie, die in Deutschland hart erkämpft wurde, halten wir es aus, „hart, aber fair“ um Positionen gerungen wird. Weinerlich zu krakeelen, man würde heutzutage das offene Wort verbieten, ist ja grundfalsch. Allein, wie oft derartig geredet wird, widerlegt ja die Aussage.
Wir Demokratinnen und Demokraten haben Antworten und gute Argumente auf unserer Seite. Doch, wie in so vielen gestörten Partnerschaften, mögen die Vertreter *innen der extremen und verfassungsfeindlichen Richtung, das klare Wort, das anstrengende Wort, die friedliche Auseinandersetzung nicht hören. Sie entziehen sich den besseren Argumenten, jammern, klagen, schimpfen und finden für jeden Mangel einen Sündenbock.
Das lassen wir ihnen nicht durchgehen! Wir stellen sie!
Wir wählen : das stärkere Argument. Das sind die humanitären Werte, für die manche unsere Vorfahren gelitten haben und sterben mussten, so wie auch heute Demokrat*innen in den Diktaturen dieser Welt leiden und sterben.
Wer Demokratie für sie will, muss auch heute die Stimme für sie erheben.
In einer lebendigen Demokratie engagieren wir uns nicht nur für unsere Privilegien, unsere Herkunft und Hautfarbe, um unseren Geldbeutel, nein, wir wollen und wählen die Vielfalt, die Diversität.
Dass jede und jeder sich frei und sicher fühlen kann hier in unserem Land; sozial eingebettet in ein Gemeinwesen, das einander Aufmerksamkeit schenkt, dafür erheben wir unsere Stimme und schweigen nicht!
Demokratie ist Vielfalt! Davon und dafür leben wir!
Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch ist wichtig. Wir können nicht auf all die verzichten, die unser Leben, unser Land bereichern. Und da ist es ganz egal, ob jemand Erwin, Dorothea, Aysche, Achmed, Lorenzo, Sarah, Kevin, Dimitri, Malika, oder Kwabana heißt. Für alle Menschen gibt es in der Demokratie das Recht auf Bildung. Ein Name darf keine Diagnose oder ein Ausschlussgrund sein. Der Hunger auf Bildung ist ein Menschenrecht. Niemand darf zurückgelassen werden.
Die Demokratie stirbt, wenn wir gleichgültig gegen dieses Menschenrecht hier, heute und jetzt sind.
Nein, wir schweigen nicht, wir fürchten uns auch nicht, wir nutzen unsere Urteilsfähigkeit und erkennen:
Demokratie ist regulierter Interessenausgleich!
Und da ist es grundfalsch zu behaupten, man brauche nur eine Mehrheit, um anderen die Chancen, das Wort, die Entwicklungsmöglichkeiten zu rauben. Mehrheiten zu haben, ist noch keine Demokratie.
Demokratisch ein Land zu führen, oder ein Bundesland, eine Stadt wie Mosbach, bedeutet immer: Macht auf Zeit zu haben. Und immer und zu jeder Zeit wird Macht kontrolliert, wird immer auch die Opposition in Entscheidungen eingebunden.
Verächter und Verächterinnen der Demokratie halten das für Schwäche. Wir hören es, wir lesen es immer wieder, dass die Macht der Diktaturen verführerisch wirkt, auch auf Menschen, die die Demokratie eigentlich kennen müssten, die ihr Leben lang von ihr profitiert haben.
Und sie setzen den Hebel an, wollen mit demokratischen Mitteln die Demokratie aushöhlen, mit ihrer Verachtung für unsere Demokratie diese lächerlich machen. Sie halten sich für überlegen, sei es durch ihre Herkunft, ihre weiße Hautfarbe oder ihr Verständnis der Geschichte.
Nein, es ist nicht wahr; wir haben es in diesem Land erlebt: Totale Macht hat immer nur Leid und Elend gebracht, nur die Teilhabe aller gewährt wirklichen Fortschritt.
Was uns Demokratinnen und Demokraten eventuell fehlt, und das frage sich nun jede und jeder, ist die Liebe zu dieser Errungenschaft der Menschheit.
Liebe heißt: Ich will, dass es Dir und mir, Ihnen und Euch gut geht.
Das lernen wir doch in unseren Partnerschaften: Wir lernen voneinander und miteinander. Wo die Liebe kalt wird, erkenne ich den Partner, die Partnerin nicht mehr.
Wird mir der Mensch an meiner Seite egal, wächst der Egoismus.
Und genauso wenig wie mein Herzensmensch perfekt ist und alles richtig macht, genauso wenig ist auch die Demokratie perfekt. Wir sollen, können, ja müssen manchmal kritisieren. Aber nicht abwerten!
Wer müde wird, das Gespräch vernachlässigt, trägt zum Zerfall der Beziehung bei.
Lebendig bleibt, wer die Harmonie in der Vielfalt aller Lebensumstände, aller diversen Klänge des Lebens versteht und wertschätzt.
Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist, lebendig bleiben wird.
Birgit Lallathin, Pfrn i.R.
Elztal – Dallau









