Filmvorführung mit Einführung und Diskussion: „Jud Süß“ (1940) – NS-Propaganda im Kino
In Kooperation mit dem Kinomobil, Herz statt Hetze, der Bücherei des Judentums und der Stadt Buchen wird der nationalsozialistische Propagandafilm „Jud Süß“ (Deutschland, 1940) von Veit Harlan gezeigt.
Der Film gehört zu den erfolgreichsten und aufwendigsten antisemitischen Propagandafilmen des NS-Regimes. Er basiert lose auf der Lebensgeschichte des jüdischen Finanzberaters Joseph Süß Oppenheimer, verfälscht historische Tatsachen gezielt, um antisemitische Feindbilder zu verbreiten. Als vermeintlicher Unterhaltungsfilm erreichte „Jud Süß“ Anfang der 1940er Jahre Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern und diente der ideologischen Beeinflussung und Vorbereitung der Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
Die Vorführung wird von dem Filmwissenschaftler Arndt Klingelhöfer aus Mainz begleitet, der unter anderem für das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) in Wiesbaden als Filmreferent tätig ist. Darüber hinaus ist Klingelhöfer Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Wiesbaden sowie der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) in Berlin. Als Dialogautor für Fernsehserien, Mitwirkender an Jugendmedienschutz-Projekten der FSK und Leiter von Film-Workshops in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden verfügt er über langjährige Erfahrung in der Film- und Medienbildung.
Herr Klingelhöfer gibt eine Einführung in den Film, ordnet dessen historische und propagandistische Bedeutung ein und steht im Anschluss für eine gemeinsame Diskussionsrunde zur Verfügung.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit den Mechanismen nationalsozialistischer Propaganda und deren Wirkung auseinandersetzen möchten. Ziel ist es, historische Aufklärung zu fördern und die Bedeutung von Medienkompetenz und Erinnerungskultur zu fördern.
Eintritt ist frei – Teilnahme auf Spendenbasis
Altersempfehlung ab 15 Jahren
Veranstalter:in: HERZ statt HETZE in Kooperation mit der Stadt Buchen, Kinomobil sowie der Stiftung Bücherei des Judentums
„Buchen Most Wanted“ begeistert mit sportlichem Können, Teamgeist und guter Stimmung
Die Buchener Skateanlage wurde zum Treffpunkt für junge Menschen, Familien und Skatebegeisterte aus der Region. Beim vierten Skate-Contest „Buchen Most Wanted“ zeigten rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können auf vier Rollen und machten deutlich, wie viel Gemeinschaft, gegenseitiger Respekt und Freude am Sport bewegen können.
Organisiert wurde der Wettbewerb von der Buchener Skate-Community gemeinsam mit der Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von der Stadt Buchen, zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie engagierten Partnern aus der Region. Auch Bürgermeister Roland Burger würdigte das Engagement der Organisatorinnen und Organisatoren und hob die wachsende Bedeutung des Wettbewerbs hervor.
Sport für alle
Gestartet wurde in verschiedenen Kategorien: Anfängerinnen und Anfänger, Fortgeschrittene, Rollerblading sowie „Best Trick“. Dabei standen nicht nur spektakuläre Sprünge und sichere Landungen im Mittelpunkt. Ebenso wichtig waren der Mut, etwas Neues auszuprobieren, die Unterstützung untereinander und die Freude an der gemeinsamen Aktivität.
Besonders erfreulich war die große Altersspanne der Teilnehmenden. Der jüngste Teilnehmer war erst fünf Jahre alt. So wurde der Contest zu einem sportlichen Erlebnis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.
Die Moderation übernahm Mohamed Ahmed. Mit lockeren und ermutigenden Worten sorgte er dafür, dass die entspannte Atmosphäre erhalten blieb. Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe und feuerten die Skaterinnen und Skater an.
Miteinander statt Gegeneinander
Veranstaltungen wie „Buchen Most Wanted“ zeigen, wie wichtig offene Orte und gemeinsame Erlebnisse für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Auf der Skateanlage kamen Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Wer einen Trick noch nicht beherrschte, bekam Unterstützung; wer erfolgreich war, konnte sich über Anerkennung und Applaus freuen.
Genau dieses Miteinander ist ein wichtiges Zeichen gegen Ausgrenzung, Vorurteile und Hetze. Sport verbindet, schafft Begegnungen und ermöglicht Teilhabe. Dabei zählt nicht, woher jemand kommt, wie alt er ist oder wie sicher die ersten Versuche auf dem Skateboard sind, entscheidend ist die gemeinsame Begeisterung.
Blick auf die Zukunft
Die Organisatorinnen und Organisatoren freuten sich über die gute Beteiligung und die positive Resonanz. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Buchener Skateanlage nach mehr als 20 Jahren an einigen Stellen in die Jahre gekommen ist. Ein Konzept für eine neue Anlage ist bereits vorhanden. Bis zu einer möglichen Umsetzung soll der Skate-Contest jedoch weitergeführt werden.
Eine fünfte Ausgabe von „Buchen Most Wanted“ ist bereits in Planung. Damit bleibt die Skateanlage auch künftig ein Ort, an dem junge Menschen aktiv sein, ihre Fähigkeiten entwickeln und Gemeinschaft erleben können.
HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis bedankt sich bei allen, die diesen gelungenen Tag möglich gemacht haben – bei den Organisatorinnen und Organisatoren, den Helferinnen und Helfern, den Unterstützenden und natürlich bei allen Teilnehmenden. Der Skate-Contest hat gezeigt: Zusammen macht Bewegung mehr Spaß – und gemeinsames Engagement setzt ein starkes Zeichen für ein respektvolles Miteinander.
Das Mehrgenerationenhaus Buchen feierte sein zehnjähriges Bestehen mit einem großen „Fest der Begegnung“. Unter dem Motto Begegnung und Miteinander waren Besucherinnen und Besucher zu einem abwechslungsreichen Nachmittag mit Aktionen, Mitmachangeboten und zahlreichen Möglichkeiten zum Austausch eingeladen.
Auch wir uns mit einem Informationsstand an den Feierlichkeiten beteiligt und haben damit ein klares Zeichen für Respekt, Toleranz und ein solidarisches Miteinander gesetzt.
Wir bedanken uns beim Mehrgenerationenhaus Buchen für die Einladung und die Möglichkeit, sich an diesem besonderen Tag einzubringen. Wir werden uns auch weiterhin für eine offene, vielfältige und menschenfreundliche Gesellschaft im Neckar-Odenwald-Kreis einsetzen.
Der Nepallauf 2026 in Buchen war ein voller Erfolg.
Beim diesjährigen Buchener Nepallauf liefen Schüler*innen, Familien, Sportler*innen und Freunde der guten Sache runde um runde durch die Buchener Innenstadt. Das Ziel war Spenden für die Nepal AG und ihre Hilfsprojekte in Nepal sammeln.
Die Resonanz war überwältigend. 71 Teams mit insgesamt hunderten von Läufern nahmen teil. Dabei hat es unser HERZ statt HETZE-Team auf den 19. Platz geschafft und wir hatten so viele Teilnehmer*innen für unsere Mannschaft wie noch nie. Eine besondere Leistung erbrachte Noah Kaminsky, da er 89 Runden mit jeweils ca. 450 Meter absolvierte. Mit größeren Abstand folgte Thomas Berberich mit 26 Runden.
Insgesamt wurde an dem Abend 17.067 € gespendet.
Besonderer Dank gebührt unseren Hauptsponsoren, die einen großen Teil dazu betrugen. Die Reichert Haircompany GmbH unterstützte uns mit 500 Euro und der Eine Welt e. V. Buchen mit 1.000 Euro. Ohne diese großzügige Unterstützung wäre ein solches Event nicht möglich. Sie ermöglichen es der Nepal AG, noch mehr Menschen in Nepal zu unterstützen.
Wir haben gemeinsam die faszinierende Geschichte und Kultur der schönen Thüringer Landeshauptstadt erkundet. Vom Besuch des Erinnerungsortes Topf & Söhne, der ehemaligen Synagoge, der beeindruckenden Krämerbrücke über die majestätischen Kirchen bis hin zu den Museen. Erfurt hat uns verzaubert!
Besonders begeistert hat uns der Austausch unterwegs: Echte Begegnungen, offene Gespräche und der Blick für das Verbindende statt des Trennenden. Das ist HERZ statt HETZE!
Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden für den wunderbaren Tag voller Toleranz, Respekt und Miteinander.
Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass wir wieder beim Nepallauf 2026 teilnehmen. Dieser besondere Laufevent ist weit mehr als nur eine sportliche Veranstaltung. es ist eine Gelegenheit, gemeinsam etwas Sinnvolles zu bewegen und Menschen in Nepal zu unterstützen.
Der Nepallauf wird von der Abt-Bessel-Realschule Buchen und ihrer Nepal AG organisiert. Das Besondere daran ist, dass der Lauf Sport mit Solidarität verbindet. Jede gelaufene Runde wird zu Spenden für Partnerschulen in Nepal, die Schulpartnerschaft Sotang und andere soziale Projekte vor Ort. Wir möchteb Teil dieser bedeutsamen Initiative sein und gemeinsam mit euch zeigen, dass HERZ statt HETZE nicht nur ein Motto ist, sondern gelebte Realität.
Warum wir beim Nepallauf dabei sind
Herzstatthetze steht für Gemeinschaft, Miteinander und Verantwortung. Der Nepallauf verkörpert genau diese Werte. Beim gemeinsamen Laufen geht es nicht um Leistung oder Konkurrenz. Es geht um Zusammenhalt und um Menschen zu helfen, die unsere Unterstützung brauchen. Ob du ein erfahrener Läufer bist, gerade erst anfängst oder einfach nur dabei sein möchtest: Jeder Schritt zählt!
Unser Ziel: Wir möchten zeigen, dass Bewegung, Freude und Mitgefühl zusammenpassen. Mit deiner Teilnahme unterstützt du nicht nur unseren Verein, sondern hilfst auch Kindern und Familien in Nepal, die bessere Chancen durch Bildung erhalten sollen.
Wir sind am Freitag, den 26.06.2026 ab 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit einem Info-Stand vertreten und starten gemeinsam um 13:00 Uhr. Spätere Starts sind jedoch möglich. Wir freuen uns über jeden und jeden, der oder die unser Team unterstützt.
Demokratie in Gefahr mit Katrin Himmler und Timo Büchner
Vom 13. bis 17. April 2026 fand im Neckar‑Odenwald‑Kreis die diesjährige Schulthemenwoche „Demokratie in Gefahr“ statt, ein gemeinsames Projekt von HERZ statt HETZE, zahlreichen Schulen im Landkreis sowie den beiden Referent*innen Katrin Himmler und Timo Büchner. Insgesamt zehn Veranstaltungen erreichten mehrere hundert Schüler*innen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte.
Die extreme Rechte gewinnt an Einfluss, rechtsextreme Parteien erzielen hohe Wahlergebnisse, und junge Menschen geraten zunehmend in den Fokus extremistischer Akteure. Viele Jugendliche begegnen rechtsextremen Narrativen heute vor allem über soziale Medien.
Genau hier setzte die Schulthemenwoche an: Aufklären, sensibilisieren, stärken.
Die Referent*innen Katrin Himmler, Diplom‑Politologin und seit 20 Jahren in der Bildungsarbeit aktiv, sowie Timo Büchner, Politikwissenschaftler und Otto‑Brenner‑Preisträger 2024, führten durch alle Termine. Ihr Ansatz ist wissenschaftlich fundiert, klar, verständlich und immer nah an der Lebenswelt der Jugendlichen.
Anhand konkreter Beispiele erklärten Himmler und Büchner:
wie rechtsextreme Propaganda funktioniert
wie Fake News und Desinformation erkannt werden können
welche Rolle Influencer*innen, TikTok & Co. bei der Radikalisierung spielen
warum manche Jugendliche in extrem rechte Szenen abrutschen
welche Parallelen und Unterschiede es zwischen der NS‑Zeit und heute gibt
wie jede und jeder selbst Demokratie stärken kann
Katrin Himmler und und Timo Büchner zeigten auf, welche Rolle die sozialen Medien und rechtsextreme Influencer*innen in der Politisierung und Radikalisierung der Jugendlichen spielen.
HERZ statt HETZE bedankt sich bei allen teilnehmenden Schulen, den Schulleitungen und Lehrkräften, den engagierten Jugendlichen und natürlich bei Katrin Himmler und Timo Büchner für ihre beeindruckende Arbeit.
Auf dem Château-Thierry-Platz fand in Mosbach die Kundgebung „Klang der Demokratie“ statt, organisiert von uns als HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis, zusammen mit dem Aktionsbündnis Demokratie und Menschenrechte.
Trotz strömenden Regens versammelten sich rund 300 Menschen, um ein lautstarkes Zeichen für Freiheit, Vielfalt und Demokratie zu setzen. Die Kundgebung begann mit musikalischen Beiträgen des Blasmusikverbands Bauland-Odenwald-Tauber, die Freiheitslieder spielten und den Klang der Demokratie eindrucksvoll untermalten. Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen gegen HETZE und für ein solidarisches Miteinander. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, dass sie bereit sind, für die Werte der Demokratie einzustehen und sich gegen extremistische und verfassungsfeindliche Positionen zu stellen. Mit den Liedern der Freiheit und den vielfältigen Klängen des Lebens wurde die Partnerschaft mit der Demokratie gefeiert und ihre Lebendigkeit betont. „Klang der Demokratie“ war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Menschen zusammenkommen können, um ihre Überzeugungen zu teilen und für eine gerechte und vielfältige Gesellschaft einzutreten. Wir haben als Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis mit dieser Veranstaltung gezeigt, dass Engagement und Zusammenhalt die Grundlage für eine lebendige Demokratie sind. Birgit Lallathin schloss ihre Rede mit den Worten: „Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist und lebendig bleiben wird.“ Wir danken allen Teilnehmenden und Unterstützenden, die trotz des schlechten Wetters ein starkes Zeichen für Demokratie gesetzt haben.
Rede auf Demo am 21. Februar 2026 11.00 Uhr
Birgit Lallathin, Pfrn i.R.
Chateau-Thierry-Platz Mosbach
Kundgebung
Klang der Demokratie
„Und als sie sich 80 Jahre kannten, und man kann sagen, sie kannten sich gut, kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie anderen Leuten ein Stock oder Hut“…
Liebe Freunde und Freundinnen, Liebhaber*innen der Demokratie!
Sie kennen dieses Gedicht von Erich Kästner wahrscheinlich, das das traurige Ende einer früher einmal tiefen und vertrauten Liebesbeziehung eines Paares beschreibt.
Sie haben bemerkt, dass ich aus den im Gedicht beschriebenen acht Jahren 80 Jahre gemacht habe.
Eine Liebe, eine schwierige, hart umkämpfte, oft gefährdete Liebe mal emotional, mal sachlich gelebt, das beschreibt, so meine ich, das Verhältnis der Deutschen zur Demokratie, zu ihrer, zu UNSERER Demokratie. Vor gut achtzig Jahren wurde die Bundesrepublik Deutschland im Westen unseres Landes gegründet.
Ja, Demokratie braucht Demokraten, ja, sie braucht Demokratinnen! Nur, wenn darüber Konsens besteht, können wir überhaupt von einer Demokratie im Land sprechen.
Die Demokratie braucht Engagement! Sie ist nicht einfach da. Sie ist kein Besitz, sie ist vielmehr lebendiger Prozess.
Wer eine Liebesbeziehung vernachlässigt, wem der Partner oder Partnerin egal geworden ist, gleichgültig wie ein Regenschirm, den man irgendwo abgelegt hat und bei Sonnenschein überhaupt nicht vermisst, der riskiert die Beziehung.
Demokratie ist nicht selbstverständlich!
1000 Blumensträuße, hundert Feiertagsreden, Wahlsonntage, wenn sie als lästige Pflicht absolviert werden, all das ersetzt keine lebendige Beziehung, schon gar keine Liebe!
Demokraten und Demokratinnen stehen zu ihrer Überzeugung, sie erheben ihre Stimme.
Sie schweigen nicht, wenn andere Stimmen laut werden, die Menschen gegeneinander aufhetzen.
Sie schweigen nicht, wenn Mitmenschen diffamiert werden,
Wer schreit, diffamiert, wird eine Antwort erhalten. In der Demokratie, die in Deutschland hart erkämpft wurde, halten wir es aus, „hart, aber fair“ um Positionen gerungen wird. Weinerlich zu krakeelen, man würde heutzutage das offene Wort verbieten, ist ja grundfalsch. Allein, wie oft derartig geredet wird, widerlegt ja die Aussage.
Wir Demokratinnen und Demokraten haben Antworten und gute Argumente auf unserer Seite. Doch, wie in so vielen gestörten Partnerschaften, mögen die Vertreter *innen der extremen und verfassungsfeindlichen Richtung, das klare Wort, das anstrengende Wort, die friedliche Auseinandersetzung nicht hören. Sie entziehen sich den besseren Argumenten, jammern, klagen, schimpfen und finden für jeden Mangel einen Sündenbock.
Das lassen wir ihnen nicht durchgehen! Wir stellen sie!
Wir wählen : das stärkere Argument. Das sind die humanitären Werte, für die manche unsere Vorfahren gelitten haben und sterben mussten, so wie auch heute Demokrat*innen in den Diktaturen dieser Welt leiden und sterben.
Wer Demokratie für sie will, muss auch heute die Stimme für sie erheben.
In einer lebendigen Demokratie engagieren wir uns nicht nur für unsere Privilegien, unsere Herkunft und Hautfarbe, um unseren Geldbeutel, nein, wir wollen und wählen die Vielfalt, die Diversität.
Dass jede und jeder sich frei und sicher fühlen kann hier in unserem Land; sozial eingebettet in ein Gemeinwesen, das einander Aufmerksamkeit schenkt, dafür erheben wir unsere Stimme und schweigen nicht!
Demokratie ist Vielfalt! Davon und dafür leben wir!
Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch ist wichtig. Wir können nicht auf all die verzichten, die unser Leben, unser Land bereichern. Und da ist es ganz egal, ob jemand Erwin, Dorothea, Aysche, Achmed, Lorenzo, Sarah, Kevin, Dimitri, Malika, oder Kwabana heißt. Für alle Menschen gibt es in der Demokratie das Recht auf Bildung. Ein Name darf keine Diagnose oder ein Ausschlussgrund sein. Der Hunger auf Bildung ist ein Menschenrecht. Niemand darf zurückgelassen werden.
Die Demokratie stirbt, wenn wir gleichgültig gegen dieses Menschenrecht hier, heute und jetzt sind.
Nein, wir schweigen nicht, wir fürchten uns auch nicht, wir nutzen unsere Urteilsfähigkeit und erkennen:
Demokratie ist regulierter Interessenausgleich!
Und da ist es grundfalsch zu behaupten, man brauche nur eine Mehrheit, um anderen die Chancen, das Wort, die Entwicklungsmöglichkeiten zu rauben. Mehrheiten zu haben, ist noch keine Demokratie.
Demokratisch ein Land zu führen, oder ein Bundesland, eine Stadt wie Mosbach, bedeutet immer: Macht auf Zeit zu haben. Und immer und zu jeder Zeit wird Macht kontrolliert, wird immer auch die Opposition in Entscheidungen eingebunden.
Verächter und Verächterinnen der Demokratie halten das für Schwäche. Wir hören es, wir lesen es immer wieder, dass die Macht der Diktaturen verführerisch wirkt, auch auf Menschen, die die Demokratie eigentlich kennen müssten, die ihr Leben lang von ihr profitiert haben.
Und sie setzen den Hebel an, wollen mit demokratischen Mitteln die Demokratie aushöhlen, mit ihrer Verachtung für unsere Demokratie diese lächerlich machen. Sie halten sich für überlegen, sei es durch ihre Herkunft, ihre weiße Hautfarbe oder ihr Verständnis der Geschichte.
Nein, es ist nicht wahr; wir haben es in diesem Land erlebt: Totale Macht hat immer nur Leid und Elend gebracht, nur die Teilhabe aller gewährt wirklichen Fortschritt.
Was uns Demokratinnen und Demokraten eventuell fehlt, und das frage sich nun jede und jeder, ist die Liebe zu dieser Errungenschaft der Menschheit.
Liebe heißt: Ich will, dass es Dir und mir, Ihnen und Euch gut geht.
Das lernen wir doch in unseren Partnerschaften: Wir lernen voneinander und miteinander. Wo die Liebe kalt wird, erkenne ich den Partner, die Partnerin nicht mehr.
Wird mir der Mensch an meiner Seite egal, wächst der Egoismus.
Und genauso wenig wie mein Herzensmensch perfekt ist und alles richtig macht, genauso wenig ist auch die Demokratie perfekt. Wir sollen, können, ja müssen manchmal kritisieren. Aber nicht abwerten!
Wer müde wird, das Gespräch vernachlässigt, trägt zum Zerfall der Beziehung bei.
Lebendig bleibt, wer die Harmonie in der Vielfalt aller Lebensumstände, aller diversen Klänge des Lebens versteht und wertschätzt.
Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist, lebendig bleiben wird.
Mit Nazis diskutiert man nicht – Gegen die Normalisierung der AfD
„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde“ – Markus Frohnmaiers 3-Punkte Plan für Deutschland.
Das Triell Am 24. Februar 2026 veranstaltet der SWR ein Triell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, zu dem neben den beiden Spitzenkandidaten von der CDU und den Grünen, Manuel Hagel und Cem Özdemir, auch erstmals ein „Spitzenkandidat“ der AfD, Markus Frohnmaier, eingeladen wurde. Hier sollen, im „demokratischen Wettstreit der Ideen“ die Wahlprogramme ausdiskutiert und in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
Die Einladung in ein öffentlich-rechtliches Diskussionsformat bietet der AfD nicht nur eine Bühne, um ihre menschenverachtenden Positionen live und ungefiltert an ein großes Publikum zu verbreiten, sondern trägt auch zur bereits viel zu weit fortgeschrittenen Normalisierung der rechtsradikalen Partei bei. Denn bereits die Teilnahme der AfD an solch einer Diskussionsveranstaltung vermittelt das Bild, dass die AfD als normaler Teil des demokratischen Diskurses zu verstehen und ihre Positionen gleichwertig mit allen anderen Parteien zu diskutieren seien. Forderungen nach ‚Remigration‘, Frauen- und Queerfeindlichkeit, Hetze gegen die Ärmsten in unserer Gesellschaft und weitere rechtradikale Positionen dürfen niemals als ‚normal‘ behandelt werden. Deshalb lehnen wir die Beteiligung der AfD sowohl am geplanten Triell als auch an allen anderen Formaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – und auch sonst überall – ab. Mit Nazis diskutiert man nicht!
Gegen die allgemeine Rechtsentwicklung Die AfD bestimmt als Scharfmacherin die politischen Debatten, die allzu oft (dankbar) von den regierenden Parteien aufgegriffen und in Realpolitik umgesetzt werden. Zunehmende Überwachung im öffentlichen und digitalen Raum, sozialer Kahlschlag, autoritäre Sicherheitsgesetze und eine massive Steigerung von Abschiebungen sind zwar zentrale Forderungen der AfD, werden aber ebenfalls von einer grün-schwarzen Koalition gefordert und praktisch umgesetzt. Im Duell oder Triell – diese Politik lehnen wir ab.
Die politische Neutralität in Institutionen In Debatten um AfD-Präsenz im öffentlichen oder halböffentlichen Raum, bei Diskussionen, auf Podiumsveranstaltungen, in Schulen usw. fällt oft das Argument der politischen Neutralitätspflicht. Man müsse die AfD einladen, um alle Seiten der Debatte fair abzubilden, sie sei nun ja auch eine politisch relevante Kraft. (Man fragt sich: Warum?) Dieses Thema beschäftigt viele Menschen ganz konkret, oft genung lehnen sie die AfD selbst persönlich ab und stehen so vor einem moralischen Dilemma. Dabei handelt es sich bei der politischen Neutralität oft um eine Nebelkerze, um punktuelle Vorgaben, die mit etwas Überlegung und Willen umgangen oder ignoriert werden können und sollten. Denn auch wenn davon oft reflexartig ausgegangen wird: Eine allgemeine Gültigkeit haben diese Regeln nicht, sie treffen beispielsweise für einzelne Beiträge im ÖRR nicht zu. Mit Zivilcourage und antifaschistischer Haltung ist man sowieso besser beraten, als mit Gehorsam gegenüber den Institutionen, welche die Rechtsentwicklung mittragen oder gar unterstützen. Personen, welche sich in so einer Situation befinden, können sich dabei sehr gerne an uns wenden. Wir können dann gemeinsam nach möglichen Lösungen suchen.
An die Mitarbeitenden des SWR Deshalb wendet sich dieser Aufruf auch direkt an die Mitarbeitenden des SWR: Ihr müsst die Entscheidungen eurer Chefs nicht einfach hinnehmen. Ihr müsst nicht dabei helfen, die Rechtsentwicklung weiter voran zu treiben. Erhöht den internen und den öffentlichen Druck, bleibt am 24.02. der Arbeit fern, versucht die Veranstaltung zu blockieren oder zu stören. Organisiert euch sowohl inner-, als auch außerbetrieblich gegen Rechts. Kommt gerne mit uns in den Austausch,falls ihr dabei auf der Suche nach Anlaufstellen seid. Lasst uns Informationen zum Triell zukommen und helft dabei, die weitere Normalisierung der AfD zu stoppen.
Aktiv werden Allen anderen wollen wir, verstärkt in Zeiten des Wahlkampfs, sagen: Werdet überall aktiv gegen Rechts. Stellt euch im Alltag gegen die Normalisierung der AfD, lasst rechte Hetze nicht unwidersprochen, rechte Propaganda nicht stehen oder hängen. Beteiligt euch an Protesten und Aktionen – zum Beispiel am 24.02. – und bringt eure Leute am besten direkt mit. Organisiert euch direkt antifaschistisch oder unterstützt den Kampf gegen Rechts. Dieser fängt bei jeder Person einzeln an, kann aber nur gemeinsam zum Erfolg führen.
Gegen die Rechtsentwicklung und Normalisierung der AfD! Gegen das Triell im SWR! Am 24.02. auf die Straße!
Ihr seht das auch so wie wir? Dann unterstützt unseren Protestaufruf. Wenn ihr als Gruppen, Initiativen oder Organisationen den Aufruf mit unterzeichnen möchtet, meldet euch gerne bis zum 20. Februar bei uns!
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