Hervorgehoben

Willkommen bei HERZ statt HETZE NOK

Wir treten mit HERZ statt HETZE im Neckar-Odenwald-Kreis für eine offene Gesellschaft ein. Für Menschen, für Toleranz, für Freiheit und Demokratie.

Wir stellen uns gegen Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung.

Wir planen Projekte und Veranstaltungen. Wir organiseren Proteste und stärken durch Aufklärung.

"Alles was das Böse benötigt, 
um zu triumphieren, 
ist das Schweigen der Mehrheit"
Kofi Annan

Klang der Demokratie – Rückblick

Auf dem Château-Thierry-Platz fand in Mosbach die Kundgebung „Klang der Demokratie“ statt, organisiert von uns als HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis, zusammen mit dem Aktionsbündnis Demokratie und Menschenrechte.

Trotz strömenden Regens versammelten sich rund 300 Menschen, um ein lautstarkes Zeichen für Freiheit, Vielfalt und Demokratie zu setzen.
Die Kundgebung begann mit musikalischen Beiträgen des Blasmusikverbands Bauland-Odenwald-Tauber, die Freiheitslieder spielten und den Klang der Demokratie eindrucksvoll untermalten.
Die Veranstaltung setzte ein klares Zeichen gegen HETZE und für ein solidarisches Miteinander. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, dass sie bereit sind, für die Werte der Demokratie einzustehen und sich gegen extremistische und verfassungsfeindliche Positionen zu stellen. Mit den Liedern der Freiheit und den vielfältigen Klängen des Lebens wurde die Partnerschaft mit der Demokratie gefeiert und ihre Lebendigkeit betont.
„Klang der Demokratie“ war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Menschen zusammenkommen können, um ihre Überzeugungen zu teilen und für eine gerechte und vielfältige Gesellschaft einzutreten. Wir haben als Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis mit dieser Veranstaltung gezeigt, dass Engagement und Zusammenhalt die Grundlage für eine lebendige Demokratie sind.
Birgit Lallathin schloss ihre Rede mit den Worten: „Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist und lebendig bleiben wird.“
Wir danken allen Teilnehmenden und Unterstützenden, die trotz des schlechten Wetters ein starkes Zeichen für Demokratie gesetzt haben.

Rede auf Demo am 21. Februar 2026  11.00 Uhr

Birgit Lallathin, Pfrn i.R.

Chateau-Thierry-Platz Mosbach

 Kundgebung

Klang der Demokratie

„Und als sie sich 80 Jahre kannten, und man kann sagen, sie kannten sich gut, kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie anderen Leuten ein Stock oder Hut“…

Liebe Freunde und Freundinnen, Liebhaber*innen der Demokratie!

Sie kennen dieses Gedicht von Erich Kästner wahrscheinlich, das das traurige Ende einer früher einmal tiefen und vertrauten Liebesbeziehung eines Paares beschreibt.

Sie haben bemerkt, dass ich aus den im Gedicht beschriebenen acht Jahren 80 Jahre gemacht habe.

Eine Liebe, eine schwierige, hart umkämpfte, oft gefährdete Liebe  mal emotional, mal sachlich gelebt, das beschreibt, so meine ich, das Verhältnis der Deutschen zur Demokratie, zu ihrer, zu UNSERER  Demokratie. Vor gut achtzig Jahren wurde die Bundesrepublik Deutschland im Westen unseres Landes gegründet.

Ja, Demokratie braucht Demokraten, ja, sie braucht Demokratinnen! Nur, wenn darüber Konsens besteht, können wir überhaupt von einer Demokratie im Land sprechen.

Die Demokratie braucht Engagement! Sie ist nicht einfach da. Sie ist kein Besitz, sie ist vielmehr lebendiger Prozess.

Wer eine Liebesbeziehung vernachlässigt, wem der Partner oder Partnerin egal geworden ist, gleichgültig wie ein Regenschirm, den man irgendwo abgelegt hat und bei Sonnenschein überhaupt nicht vermisst, der riskiert die Beziehung.

Demokratie ist nicht selbstverständlich!

 1000 Blumensträuße, hundert Feiertagsreden, Wahlsonntage, wenn sie als lästige Pflicht absolviert werden, all das ersetzt keine lebendige Beziehung, schon gar keine Liebe!

Demokraten und Demokratinnen stehen zu ihrer Überzeugung, sie erheben ihre Stimme.

Sie schweigen nicht, wenn andere Stimmen laut werden, die Menschen gegeneinander aufhetzen.

Sie schweigen nicht, wenn Mitmenschen diffamiert werden,

Wer schreit, diffamiert, wird eine Antwort erhalten. In der Demokratie, die in Deutschland hart erkämpft wurde, halten wir es aus, „hart, aber fair“ um Positionen gerungen wird. Weinerlich zu krakeelen, man würde heutzutage das offene Wort verbieten, ist ja grundfalsch. Allein, wie oft derartig geredet wird, widerlegt ja die Aussage.

Wir Demokratinnen und Demokraten haben Antworten und gute Argumente auf unserer Seite. Doch, wie in so vielen gestörten Partnerschaften, mögen die Vertreter *innen der extremen und verfassungsfeindlichen Richtung, das klare Wort, das anstrengende Wort, die friedliche Auseinandersetzung nicht hören. Sie entziehen sich den besseren Argumenten, jammern, klagen, schimpfen und finden für jeden Mangel einen Sündenbock.

Das lassen wir ihnen nicht durchgehen! Wir stellen sie!

Wir wählen : das stärkere Argument. Das sind die humanitären Werte, für die manche unsere Vorfahren gelitten haben und sterben mussten, so wie auch heute Demokrat*innen in den Diktaturen dieser Welt leiden und sterben.

Wer Demokratie für sie will, muss auch heute die Stimme für sie erheben.

In einer lebendigen Demokratie engagieren wir uns nicht nur für unsere Privilegien, unsere Herkunft und Hautfarbe, um unseren Geldbeutel, nein, wir wollen und wählen die Vielfalt, die Diversität. 

Dass jede und jeder sich frei und sicher  fühlen kann hier in unserem Land; sozial eingebettet in ein Gemeinwesen, das einander Aufmerksamkeit schenkt, dafür erheben wir unsere Stimme und schweigen nicht!

Demokratie ist Vielfalt! Davon und dafür leben wir!

Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch ist wichtig. Wir können nicht auf all die verzichten, die unser Leben, unser Land bereichern. Und da ist es ganz egal, ob jemand Erwin,  Dorothea, Aysche, Achmed, Lorenzo, Sarah, Kevin, Dimitri,  Malika, oder Kwabana  heißt. Für alle Menschen gibt es in der Demokratie das Recht auf Bildung. Ein Name darf keine Diagnose oder ein Ausschlussgrund sein. Der Hunger auf Bildung ist ein Menschenrecht. Niemand darf zurückgelassen werden.

Die Demokratie stirbt, wenn wir gleichgültig gegen dieses Menschenrecht hier, heute und jetzt sind.

Nein, wir schweigen nicht, wir fürchten uns auch nicht, wir nutzen unsere Urteilsfähigkeit und erkennen:

Demokratie ist regulierter Interessenausgleich!

Und da ist es grundfalsch zu behaupten, man brauche nur eine Mehrheit, um anderen die Chancen, das Wort, die Entwicklungsmöglichkeiten zu rauben. Mehrheiten zu haben, ist noch keine Demokratie.

Demokratisch ein Land zu führen, oder ein Bundesland, eine Stadt wie Mosbach, bedeutet immer: Macht auf Zeit zu haben. Und immer und zu jeder Zeit wird Macht kontrolliert, wird immer auch die Opposition in Entscheidungen eingebunden.

Verächter und Verächterinnen der Demokratie halten das für Schwäche. Wir hören es, wir lesen es immer wieder, dass die Macht der Diktaturen verführerisch wirkt, auch auf Menschen, die die Demokratie eigentlich kennen müssten, die ihr Leben lang von ihr profitiert haben.

Und sie setzen den Hebel an, wollen mit demokratischen Mitteln die Demokratie aushöhlen, mit ihrer Verachtung für unsere Demokratie diese lächerlich machen. Sie halten sich für überlegen, sei es durch ihre Herkunft, ihre weiße Hautfarbe oder ihr Verständnis der Geschichte.

Nein, es ist nicht wahr; wir haben es in diesem Land erlebt: Totale Macht hat immer nur Leid und Elend gebracht, nur die Teilhabe aller gewährt wirklichen Fortschritt.

Was uns Demokratinnen und Demokraten eventuell fehlt, und das frage sich nun jede und jeder, ist die Liebe zu dieser Errungenschaft der Menschheit.

Liebe heißt: Ich will, dass es Dir und mir, Ihnen und Euch gut geht.

Das lernen wir doch in unseren Partnerschaften: Wir lernen voneinander und miteinander. Wo die Liebe kalt wird, erkenne ich den Partner, die Partnerin nicht mehr.

Wird mir der Mensch an meiner Seite egal, wächst der Egoismus.

Und genauso wenig wie mein Herzensmensch perfekt ist und alles richtig macht, genauso wenig ist auch die Demokratie perfekt. Wir sollen, können, ja müssen manchmal kritisieren. Aber nicht abwerten!

Wer müde wird, das Gespräch vernachlässigt, trägt zum Zerfall der Beziehung bei.

Lebendig bleibt, wer die Harmonie in der Vielfalt aller Lebensumstände, aller diversen Klänge des Lebens versteht und wertschätzt.

Zeigen wir heute, in Harmonie, voller Klänge des Lebens, mit den Liedern der Freiheit, dass die Partnerschaft mit der Demokratie lebendig ist, lebendig bleiben wird.

Birgit Lallathin, Pfrn i.R.

Elztal – Dallau

HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis unterstützt: Aufruf zum Protest gegen SWR-Veranstaltung am 24.02.2026

Aufruf zum Protest gegen SWR-Veranstaltung am 24.02.2026 – Stuttgart gegen Rechts

Mit Nazis diskutiert man nicht – Gegen die Normalisierung der AfD

„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde“
– Markus Frohnmaiers 3-Punkte Plan für Deutschland.

Das Triell
Am 24. Februar 2026 veranstaltet der SWR ein Triell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, zu dem neben den beiden Spitzenkandidaten von der CDU und den Grünen, Manuel Hagel und Cem Özdemir, auch erstmals ein „Spitzenkandidat“ der AfD, Markus Frohnmaier, eingeladen wurde. Hier sollen, im „demokratischen Wettstreit der Ideen“ die Wahlprogramme ausdiskutiert und in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Die Einladung in ein öffentlich-rechtliches Diskussionsformat bietet der AfD nicht nur eine Bühne, um ihre menschenverachtenden Positionen live und ungefiltert an ein großes Publikum zu verbreiten, sondern trägt auch zur bereits viel zu weit fortgeschrittenen Normalisierung der rechtsradikalen Partei bei. Denn bereits die Teilnahme der AfD an solch einer Diskussionsveranstaltung vermittelt das Bild, dass die AfD als normaler Teil des demokratischen Diskurses zu verstehen und ihre Positionen gleichwertig mit allen anderen Parteien zu diskutieren seien. 
Forderungen nach ‚Remigration‘, Frauen- und Queerfeindlichkeit, Hetze gegen die Ärmsten in unserer Gesellschaft und weitere rechtradikale Positionen dürfen niemals als ‚normal‘ behandelt werden. Deshalb lehnen wir die Beteiligung der AfD sowohl am geplanten Triell als auch an allen anderen Formaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – und auch sonst überall –  ab.
Mit Nazis diskutiert man nicht! 

Gegen die allgemeine Rechtsentwicklung
Die AfD bestimmt als Scharfmacherin die politischen Debatten, die allzu oft (dankbar) von den regierenden Parteien aufgegriffen und in Realpolitik umgesetzt werden. Zunehmende Überwachung im öffentlichen und digitalen Raum, sozialer Kahlschlag, autoritäre Sicherheitsgesetze und eine massive Steigerung von Abschiebungen sind zwar zentrale Forderungen der AfD, werden aber ebenfalls von einer grün-schwarzen Koalition gefordert und praktisch umgesetzt. Im Duell oder Triell – diese Politik lehnen wir ab.

Die politische Neutralität in Institutionen
In Debatten um AfD-Präsenz im öffentlichen oder halböffentlichen Raum, bei Diskussionen, auf Podiumsveranstaltungen, in Schulen usw. fällt oft das Argument der politischen Neutralitätspflicht. Man müsse die AfD einladen, um alle Seiten der Debatte fair abzubilden, sie sei nun ja auch eine politisch relevante Kraft. (Man fragt sich: Warum?)
Dieses Thema beschäftigt viele Menschen ganz konkret, oft genung lehnen sie die AfD selbst persönlich ab und stehen so vor einem moralischen Dilemma. Dabei handelt es sich bei der politischen Neutralität oft um eine Nebelkerze, um punktuelle Vorgaben, die mit etwas Überlegung und Willen umgangen oder ignoriert werden können und sollten. Denn auch wenn davon oft reflexartig ausgegangen wird: Eine allgemeine Gültigkeit haben diese Regeln nicht, sie treffen beispielsweise für einzelne Beiträge im ÖRR nicht zu. 
Mit Zivilcourage und antifaschistischer Haltung ist man sowieso besser beraten, als mit Gehorsam gegenüber den Institutionen, welche die Rechtsentwicklung mittragen oder gar unterstützen. Personen, welche sich in so einer Situation befinden, können sich dabei sehr gerne an uns wenden. Wir können dann gemeinsam nach möglichen Lösungen suchen.

An die Mitarbeitenden des SWR
Deshalb wendet sich dieser Aufruf auch direkt an die Mitarbeitenden des SWR: Ihr müsst die Entscheidungen eurer Chefs nicht einfach hinnehmen. Ihr müsst nicht dabei helfen, die Rechtsentwicklung weiter voran zu treiben. Erhöht den internen und den öffentlichen Druck, bleibt am 24.02. der Arbeit fern, versucht die Veranstaltung zu blockieren oder zu stören. Organisiert euch sowohl inner-, als auch außerbetrieblich gegen Rechts. Kommt gerne mit uns in den Austausch,falls ihr dabei auf der Suche nach Anlaufstellen seid. Lasst uns Informationen zum Triell zukommen und helft dabei, die weitere Normalisierung der AfD zu stoppen. 

Aktiv werden
Allen anderen wollen wir, verstärkt in Zeiten des Wahlkampfs, sagen: Werdet überall aktiv gegen Rechts.
Stellt euch im Alltag gegen die Normalisierung der AfD, lasst rechte Hetze nicht unwidersprochen, rechte Propaganda nicht stehen oder hängen. Beteiligt euch an Protesten und Aktionen – zum Beispiel am 24.02. – und bringt eure Leute am besten direkt mit. Organisiert euch direkt antifaschistisch oder unterstützt den Kampf gegen Rechts. Dieser fängt bei jeder Person einzeln an, kann aber nur gemeinsam zum Erfolg führen.

Gegen die Rechtsentwicklung und Normalisierung der AfD! Gegen das Triell im SWR! 
Am 24.02. auf die Straße!

Ihr seht das auch so wie wir? Dann unterstützt unseren Protestaufruf. Wenn ihr als Gruppen, Initiativen oder Organisationen den Aufruf mit unterzeichnen möchtet, meldet euch gerne bis zum 20. Februar bei uns!

Klang der Demokratie

Einladung zur Kundgebung

Musik kann verbinden, stärken und Haltung hörbar machen. Zwei Jahre nach dem Anti-AFD-Event „Hier singt das Volk“ wird in der Mosbacher Innenstadt erneut musikalisch demonstriert. Am 21. Februar 2026 laden wir Sie und euch um 11 Uhr auf den Château-Thierry-Platz (vor der Volksbank) in Mosbach ein.

Mit großer instrumentaler Unterstützung des Blasmusikverbandes Tauber-Odenwald-Bauland laden wir Sie und euch ein, Ihre und eure Stimmen zu erheben und gemeinsam Lieder für Demokratie und Menschenrechte zu singen.

Die musikalische Leitung haben die Chorleiter Horst Berger (Buchen) und Christof Roos (Mosbach) übernommen

Außerdem freuen wir uns, dass Pfarrerin Birgit Lallathin und Pfarrer Frederik Reith zu uns sprechen werden, auch Herbert Münkel als Präsident des Blasmusikverbandes ein Grußwort hält.

Ziel dieser Kundgebung ist es, ein deutliches Zeichen gegen HASS, HETZE und Rassismus zu setzen und für ein respektvolles, demokratisches Miteinander einzustehen, auch im Hinblick auf die Landtagswahl am 8. März 2026.

Lasst uns gemeinsam mit unserer Musik zeigen, dass wir für Offenheit, Vielfalt und ein friedliches Zusammenleben einstehen.

Samstag, 21.02.2026

11:00 Uhr

Château-Thierry-Platz

Hauptstraße 16, 74821 Mosbach

Veranstalter: Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis und das Aktionsbündnis für Demokratie und Menschenrechte Neckar-Odenwald zur Kundgebung „Klang der Demokratie”

Unterstützt von:

Chorverband Mosbach

Sängerkreis Buchen

Pfarrkapelle Eberbach

Blasmusikverband Tauber-Odenwald-Bauland

Ev. Dekanat Odenwald-Tauber

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Neckar-Odenwald-Kreis

Kath. Kirchengemeinde Bauland-Odenwald

Kath. Kirchengemeinde St. Maria Mosbach-Neckarelz

KZ-Gedenkstätte Neckarelz

Mosbach gegen Rechts

Jamel – Lauter Widerstand

In den Löwenlichtspielen Walldürn wurde der Dokumentarfilm „Jamel – Lauter Widerstand“ gezeigt. Die Veranstaltung wurde vom der Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis und von dem Bündnis „Stimme für Menschlichkeit“ organisiert und bot den zahlreichen Gästen einen eindrucksvollen Abend im Zeichen von Demokratie und Toleranz.

Die Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Uta Berberich von HERZ statt HETZE, die die Gäste willkommen hieß und die Bedeutung des Films für die Förderung von Demokratie und Vielfalt hervorhob. Markus Dosch übernahm später die Moderation des Abends und führte die Besucherinnen und Besucher durch die Veranstaltung.

Filmvorführung und Diskussion

Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorführung des MDR-Dokumentarfilms „Jamel – Lauter Widerstand“, der die Geschichte des Musikfestivals „Jamel rockt den Förster“ erzählt. Das Festival, ins Leben gerufen von Birgit und Horst Lohmeyer, setzt seit 2007 im rechtsextrem geprägten Dorf Jamel ein starkes Zeichen gegen Faschismus und für Demokratie. Der Film, unter der Regie von Martin Groß, dokumentiert die Herausforderungen und Erfolge des Ehepaars Lohmeyer sowie die Unterstützung durch bekannte deutsche Bands wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Die Fantastischen Vier und Kraftklub.

Im Anschluss an die Filmvorführung stand Birgit Lohmeyer den Gästen für eine lebhafte Diskussion zur Verfügung. Sie berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen und den Herausforderungen, denen sie und ihr Mann sich in ihrem Engagement für Demokratie und Toleranz stellen mussten. Die Gäste hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Die Gespräche waren geprägt von einem offenen Austausch und einem gemeinsamen Ziel: der Förderung einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft.

Unterstützung und Ausblick

Die Kinotour wird von den Löwenlichtspielen Walldürn und dem Hotel-Restaurant Zum Riesen unterstützt. Weitere Stationen der Tour sind Künzelsau, Schwäbisch Hall, Öhringen und Kirchberg. Am 16. Januar wird Birgit Lohmeyer zudem im Schlossgymnasium Künzelsau zu Gast sein, um mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über den Film zu diskutieren.

Die Veranstaltung in Walldürn war ein gelungener Auftakt für die Kinotour und ein starkes Zeichen für Demokratie und Toleranz. Das Bündnis „Stimme für Menschlichkeit“ und HERZ statt HETZE danken allen Beteiligten und Unterstützern und freuen sich auf die kommenden Veranstaltungen.

Die Sprache der Rechten

Im Verdi-Bildungszentrum fand auf dem Mosbacher Bergfeld ein aufschlussreicher Vortrag des Soziologen Andreas Kemper statt. Eingeladen hatten die Initiativen „HERZ statt HETZE“ und „Mosbach gegen Rechts“. Unter dem Titel „Die Sprache der Rechten – Newspeak in Zeiten Künstlicher Intelligenz“ beleuchtete Kemper die manipulative Macht der Sprache und ihre strategische Nutzung durch rechte Bewegungen.

Sprache als Mittel der Manipulation

Kemper begann seinen Vortrag mit einer Einführung in die Bedeutung von Sprache als Werkzeug der politischen Kommunikation. Er betonte, dass Sprache nicht nur verbindet, sondern auch gezielt zur Manipulation eingesetzt werden kann. Rechte Ideologien nutzen Sprache, um ihre Weltanschauungen zu verbreiten und ihre Anhänger zu mobilisieren. Dabei wird die Sprache oft vereinfacht und reduziert, um klare Feindbilder zu schaffen und die eigene Identität zu stärken.

Unterschiede zwischen rechter und linker Sprache

Ein zentraler Punkt des Vortrags war der Vergleich zwischen rechter und linker Sprache. Während linke Bewegungen häufig auf Gleichheit und Vielfalt setzen, basiert die rechte Ideologie auf der Vorstellung von Ungleichheit. Diese Grundannahmen spiegeln sich auch in der Sprache wider: Rechte verwenden oft eine stark vereinfachte und polarisierende Sprache, die Freund und Feind klar voneinander trennt und als „Abzeichen“ dient. Diese reduzierte Sprache dient nicht der Lösung von Problemen, sondern der Abgrenzung und der Schaffung von Feindbildern.

Die Rolle von Bildern und Metaphern

Kemper betonte, dass Sprache nicht nur aus Worten besteht, sondern auch Bilder und Symbole umfasst. Rechte Bewegungen nutzen gezielt Bildsprache und Metaphern, um ihre Ideologien zu verbreiten. Diese Bilder und Metaphern haben oft eine eigene Logik, die jedoch nicht immer mit der Realität übereinstimmt. Sie dienen dazu, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen und die eigene Sichtweise zu untermauern.

Strategien der Rechten: Anti-PC und Anti-Woke

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Analyse von Strategien wie der Anti-Political-Correctness- und Anti-Woke-Bewegung. Kemper erklärte, wie rechte Akteure Begriffe wie „Gutmensch“, „Genderideologie“ oder „Meinungsdiktatur“ nutzen, um eine Täter-Opfer-Umkehr zu erzeugen und progressive Bewegungen zu diskreditieren. Diese Strategien zielen darauf ab, politische Korrektheit und Emanzipation als etwas Negatives darzustellen und die eigene Ideologie als „Befreiung“ zu inszenieren.

Künstliche Intelligenz und rechte Ideologien

Besonders kritisch bewertete Kemper die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Verbreitung rechter Ideologien. Er nannte Beispiele wie Elon Musks „Grok“, eine KI, die Antworten im Sinne von Musks politischer Überzeugung formuliert. Kemper warnte vor der Gefahr, dass KI-Systeme durch ideologische Einfärbung die öffentliche Meinung manipulieren könnten. Er forderte eine stärkere Regulierung und eine demokratische Diskussion über den Einsatz von KI.

Die soziale Frage als Kernproblem

Abschließend betonte Kemper, dass die eigentliche Ursache für den Erfolg rechter Bewegungen in der sozialen Frage liege. Seit den 1980er Jahren habe sich die soziale Ungleichheit in Deutschland verschärft, was den Boden für rechte Ideologien bereitet habe. Er appellierte an die Zuhörer, sich für eine solidarischere Gesellschaft einzusetzen und aktiv gegen rechte Tendenzen vorzugehen.

Der Vortrag von Andreas Kemper bot wertvolle Einblicke in die Mechanismen und Strategien rechter Sprache und Ideologie. Die Initiativen „HERZ statt HETZE“ und „Mosbach gegen Rechts“ setzen sich weiterhin für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Sprache verbindet, statt zu trennen.

Dokumentarfilm „Das Ungesagte“ – 11 Zeitzeugen berichten

Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte.

Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten – und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer.

Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse.

Und das Besondere: unter den Zeitzeugen, die zu Wort kommen, ist auch Albert Emmerling. Der gebürtige Pfälzer, der ein Jahrzehnt lang die Ländliche Heimvolkshochschule in Neckarelz leitete, hat im Dezember 2015 seinen 100. Geburtstag in Mosbach-Neckarelz gefeiert.

Der Film wird zweimal in der Filmkunstreihe des Neckarelzer Kinos gezeigt: am Montag 2.3. (Uhrzeit steht noch nicht fest) und Dienstag 3.3. um 19 Uhr. Anschließend steht der Produzent Lothar Herzog zum Gespräch zur Verfügung – entweder persönlich oder digital zugeschaltet. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der KZ-Gedenkstätte Neckarelz, dem Bildungszentrum Mosbach, HERZ statt HETZE NOK und Bündnis 90/Die Grünen Neckar-Odenwald.

Jamel – Lauter Widerstand

Film und anschließende Diskussion mit der Veranstalterin von Forstrock Birgit Lohmeyer

Präsentiert von Herz statt Hetze NOK

mit freundlicher Unterstützung durch: Hotel „Zum Riesen“ Walldürn
Freier Eintritt – Reservierungen möglich!
Film und anschließende Diskussion mit Birgit Lohmeyer

Eine MDR Doku über rechtsextreme Übermacht in einem kleinen Dorf und wie ein Musikfestival hilft, für Demokratie zu kämpfen. „Ich kann mir nicht vorstellen hier zu leben. Ich wäre schon lange abgehauen“, stellt Fanta-4-Rapper Smudo bei der Einfahrt in das kleine Dorf Jamel fest. „Wenn man hier so isoliert ist, umgeben von völkischen Gedankengutträgern und sich alleine fühlt, dann ist es schon gut, wenn alle hierherkommen und sagen: Du bist nicht alleine, wir alle machen das zusammen.“

Das 38-Seelen-Dorf im Norden von Mecklenburg-Vorpommern gilt als rechtsextreme Hochburg. Hier zogen in der Vergangenheit gezielt Neonazis zu. Mit rechten Parolen und Symbolen beanspruchen sie ganz offen die Deutungshoheit im Dorf. Mittendrin: das Künstler-Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer. Auf der Suche nach ländlicher Idylle sind die Lohmeyers 2004, die Situation dort unterschätzend, in den Ort gezogen, wo sie auf rechtsextreme Denkart und Ablehnung bis hin zur Bedrohung treffen.

Nachdem die Scheune der Lohmeyers von Unbekannten angezündet wird, erhalten sie und Ihr Festival „Jamel rockt den Förster“ Unterstützung von der Speerspitze der deutschen Musikszene. Auf die Toten Hosen folgen in den nächsten Jahren Bands und KünstlerInnen wie Beatsteaks, Kraftklub, Samy Deluxe, Die Ärzte, Antilopen Gang, Casper, Marteria, Juli, Sportfreunde Stiller, Olli Schulz, Herbert Grönemeyer, die Fantastischen Vier und viele mehr.

Mittwoch, 14.01.2026

19:30 Uhr

Löwenlichtspiele Walldürn (Hauptstr. 9, 74731 Walldürn)

Die Sprache der Rechten

Newspeak in Zeiten der KIs

Der Soziologe Andreas Kemper greift in seinem Vortrag mit anschließender Diskussion Victor Klemperers Beobachtung auf, dass faschistische Sprache mit wenigen, ständig wiederholten Begriffen arbeitet, und fragt, wie sich rechte Sprache heute darstellt. Gezeigt wird, wie unterschiedliche rechte Strömungen über gemeinsame Begriffe Koalitionen bilden. Vierzig Jahre nach 1984 müssen Neusprech und Doppeldenk neu gedacht werden, vor dem Hintergrund sozialer Medien, algorithmischer Steuerung und KI.

Montag, 12.01.2026

19:00 Uhr

ver.di-Bildungszentrum (Am Wasserturm 1 – 3, Kinosaal, 74821 Mosbach)

Eintritt gegen Spende

2 Jahre Krieg in Gaza

Gibt es da noch Zukunft?

Vortrag und Diskussion mit Johannes Zang

Die Initiative Herz statt Hetze Neckar-Odenwald-Kreis hat in Kooperation mit dem Mehrgenerationentreff in Osterburken zu dem Vortrag „2 Jahre Krieg – Gibt es da noch Zukunft?“ mit dem Journalist, Musiker und Reiseleiter aus dem Nahen Osten Johannes Zang eingeladen.

Dabei beschäftigte er sich mit der Frage: „Gibt es nach Jahrzehnten von Gewalt, Leid und Stillstand im Nahen Osten überhaupt noch Hoffnung auf Frieden?“

Johannes Zang, der auf über 30 Besuche und Recherchereisen nach Gaza zurückblickt, gilt als ausgewiesener Kenner der Region. Seine Berichte und Bücher beleuchten nicht nur die politischen Entwicklungen, sondern auch das kirchliche und religiöse Leben in Israel und Palästina. Dabei vermittelt er Hintergrundinformationen, die in den großen Medien oft zu kurz kommen.

Mit großem Wissen und persönlicher Eindringlichkeit führte der Journalist das Publikum durch die wechselvolle Geschichte des Konflikts. Er erinnerte an die Zeit um 1878 1880, als 95 Prozent der Bevölkerung des Landes palästinensisch waren, und erklärte, wie Einwanderungswellen, zunächst russischer, später europäischer Jüdinnen und Juden, zu wachsenden Spannungen führten. Die Teilungspläne der UN-Kommission von 1947, Vertreibungen und bürgerkriegsähnliche Zustände markierten entscheidende Wendepunkte.

Auch die Entstehung der Hamas, das Verhältnis zur israelischen Regierung und die Lage der Zivilbevölkerung standen im Fokus. Besonders eindrucksvoll waren Zangs persönliche Erlebnisse, etwa seine Zeit im israelischen Kibbuz Be‘eri im Jahr 1986, demselben Ort, der am 7. Oktober 2023 durch das verheerende Massaker traurige Berühmtheit erlangte und der über 100 Opfer zu beklagen hatte.

Emotional wurde es, als Johannes Zang von Begegnungen mit Menschen aus Gaza, Bethlehem und Jerusalem berichtete. Der Alltag ist vom Konflikt geprägt ist und viele suchen dennoch nach Frieden. Hoffnung schöpft er aus Begegnungen mit Initiativen wie dem Parents‘ Circle, einer Organisation israelischer und palästinensischer Eltern, die ihre Kinder, Geschwister, Eltern oder andere Angehörige im Konflikt verloren haben und sich gemeinsam für Verständigung und Versöhnung einsetzen.

Auch andere nichtstaatliche Organisationen, die auf Kooperation statt Konfrontation setzen, nannte er als Beispiele für Wege in eine lebenswerte Zukunft.

Sein Vortrag endete mit einer lebhaften Fragerunde, in der deutlich wurde, wie groß das Interesse und der Wunsch nach Verständnis unter den Zuhörerinnen und Zuhörern sind. Die Initiative Herz statt Hetze Neckar-Odenwald-Kreis übernahm die Kosten der Veranstaltung, sodass alle an diesem Abend gesammelten Spenden einer Hilfsinitiative zugunsten der Bewohner Gazas zugutekommen.

Ein Abend, der zum Nachdenken anregte und der trotz der Schwere des Themas eine Botschaft vermittelte: Frieden ist nur möglich, wenn Menschen den Mut haben, sich aufeinander zuzubewegen.

Nehmt Sie beim Wort!

Parallelen zwischen Trumps MAGA-Bewegung und der AfD

Vortrag und Diskussion mit Katharina Nocun

Die Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis lud zu einem Vortragsabend mit der Publizistin Katharina Nocun ein. Unter dem Titel „Nehmt sie beim Wort! Parallelen zwischen Trumps MAGA-Bewegung und der AfD“ analysierte Nocun die Strategien autoritärer Bewegungen und rief zu gesellschaftlicher Wachsamkeit auf.

Alexander Weinlein, Sprecher der Initiative, begrüßte die Gäste und erinnerte an die gemeinsame Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger: „Nicht allein Staat, Politik oder Kirche müssen rechtsextremem und rechtspopulistischem Gedankengut entgegentreten. Es liegt an uns allen.“ Er verwies auf die frühere Zusammenarbeit mit Katharina Nocun im Rahmen des Online-Vortrags „Wahrheit ist keine Meinung“ während der Corona-Pandemie.

Katharina Nocun widmete sich in ihrem Vortrag den Mechanismen autoritärer Rhetorik und der gezielten Verbreitung von Desinformation. Sie erläuterte das Prinzip „Flood the zone with shit“, das auf Steve Bannon zurückgeht. Dies ist eine Strategie, bei der die Öffentlichkeit mit Falschinformationen überflutet wird, sodass Faktenchecks kaum hinterherkommen und Lügen sich dennoch festsetzen.

Katharina Nocun zeigte strukturelle Parallelen zwischen Trumps „Make America Great Again“-Bewegung und der AfD auf. Die Diskreditierung seriöser Medien, die Inszenierung permanenter Krisen, die Emotionalisierung politischer Debatten und die Konstruktion von Feindbildern.

Besonders deutlich wurden diese Muster während der Corona-Pandemie. Während nur etwa 4 % der Gesamtbevölkerung glaubten, das Virus sei absichtlich verbreitet worden, lag dieser Wert unter den Protestbereiten bei fast 54 %. Auch die Zustimmung, dass Schutzmaßnahmen mit der Zeit des Nationalsozialismus vergleichbar war lag bei den Demonstrierenden zwölf Mal höher als dem Rest der Bevölkerung.

Dabei warnte sie vor dem Irrglauben, autoritäre Akteure würden „an der Macht entzaubert“. „Der Blick in die USA zeigt, wie gefährlich diese Annahme ist.“ Vielmehr sei es Aufgabe der Zivilgesellschaft, demokratische Werte aktiv zu verteidigen.

Sie berichtete auch von persönlichen Erfahrungen mit Hassnachrichten und Bedrohungen, die sich nicht auf ihre Inhalte, sondern auf ihre Herkunft bezogen. In diesem Zusammenhang sprach sie sich klar für eine Debatte über ein AfD-Verbot aus und verwies auf die Verbindungen der Partei zum Compact-Magazin und zur Identitären Bewegung.

Die Publizistin betonte, dass sowohl Trump als auch die AfD gezielt mit einem Dauerkrisenmodus arbeiten, um Ängste zu schüren und rationale Argumente zu verdrängen. Weitere Strategien seien Einschüchterung, Verächtlichmachung und die Konstruktion von Feindbildern. Als Beispiel nannte sie den AfD-Politiker Stephan Brandner, der trotz hoher Ordnungsgelder weiterhin eine Journalistin öffentlich als „Faschistin“ diffamiert.

Zum Abschluss stellte Katharina Nocun die Frage, was gegen diese Entwicklungen getan werden könne. Ihrer Meinung sei nun die Zeit aktiv zu werden. Die Mehrheit lehne autoritäre Politik ab, doch brauche es Solidarität mit jenen, die zu Unrecht diskreditiert, bedroht oder angegriffen werden. Die „Mitte“ der Gesellschaft sei entscheidend für eine Gegenbewegung. Auch Medien hätten eine Verantwortung, gerade dann zu berichten, wenn sie unter Druck geraten. Katharina Nocun schloss sich den Worten von Alexander Weinlein an, dass alle gefragt seien, wenn die Demokratie angegriffen wird oder Menschen beleidigt, bedroht oder verletzt werden. Gerade in der Zeit des Gedenkens an die Reichspogromnacht sei es wichtig, sich daran zu erinnern und Haltung zu zeigen.