Am 6. September 2026 findet der Europäische Tag der jüdischen Kultur statt. Das diesjährige Motto lautet „Liebe“.
Die Stiftung Bücherei des Judentums lädt aus diesem Anlass herzlich zur Lesung „Die Sprache der Liebe“ ein.
Dr. Ingbert Blatz liest ausgewählte Texte aus vier literarischen Werken jüdischer Autorinnen und Autoren, die sich auf unterschiedliche Weise dem Thema Liebe widmen. Die Lesung eröffnet vielfältige Perspektiven – von philosophischen Gedanken bis hin zu poetischen Stimmen.
Gelesen wird aus Werken von:
- Erich Fromm: Die Kunst des Liebens
- Anton Tsirin: Ein Siddur für 18 Lebenslagen
- Else Lasker-Schüler: ausgewählte Liebesgedichte
- Mascha Kaléko: ausgewählte Liebesgedichte
Im Anschluss sind die Besucherinnen und Besucher zu einer kurzen Führung durch die Bücherei des Judentums eingeladen.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Stiftung Bücherei des Judentums
Am 2. Oktober 2026 feiert die Initiative HERZ statt HETZE Neckar-Odenwald-Kreis ein besonderes Jubiläum. Seit einem Jahrzehnt setzen wir uns als Initiative für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander ein. Anlässlich dieses Meilensteins lädt die Initiative gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zur „Langen Nacht der Demokratie“ in die Aula des Schulzentrums Buchen ein.
Was vor zehn Jahren als mutige Antwort auf gesellschaftliche Spaltung begann, ist heute eine feste Instanz im Neckar-Odenwald-Kreis. Ab 19:00 Uhr blickt die Initiative auf ein Jahrzehnt voller Engagement und Erlebnisse zurück und richtet gleichzeitig den Blick nach vorne auf die Herausforderungen der modernen Demokratie.
Dabei werden Bündnispartner zu Wort kommen, die uns über die vielen Jahre begleitet haben.
Musikalische Akzente: Das Vokalensemble „Auftakt“ sorgt für die passende atmosphärische und emotionale Untermalung des Abends.
Kulinarik mit HERZ: Die Schüler*innen der Nepal AG übernehmen die Bewirtung und sorgen mit Snacks und Getränken für das leibliche Wohl der Gäste.
Kurzinfo zur Veranstaltung
• Was: Lange Nacht der Demokratie – 10 Jahre HERZ statt HETZE NOK
• Wann: 2. Oktober 2026, Beginn: 19:00 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr)
• Wo: Aula des Schulzentrums Buchen (Abt-Bessel-Realschule, Dr.-Fritz-Schmitt-Ring 1, 74722 Buchen)
Eine Anmeldung ist bei unserem Kooperationspartner der VHS Buchen möglich:

Filmvorführung mit Einführung und Diskussion: „Jud Süß“ (1940) – NS-Propaganda im Kino
In Kooperation mit dem Kinomobil, Herz statt Hetze, der Bücherei des Judentums und der Stadt Buchen wird der nationalsozialistische Propagandafilm „Jud Süß“ (Deutschland, 1940) von Veit Harlan gezeigt.
Der Film gehört zu den erfolgreichsten und aufwendigsten antisemitischen Propagandafilmen des NS-Regimes. Er basiert lose auf der Lebensgeschichte des jüdischen Finanzberaters Joseph Süß Oppenheimer, verfälscht historische Tatsachen gezielt, um antisemitische Feindbilder zu verbreiten. Als vermeintlicher Unterhaltungsfilm erreichte „Jud Süß“ Anfang der 1940er Jahre Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern und diente der ideologischen Beeinflussung und Vorbereitung der Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
Die Vorführung wird von dem Filmwissenschaftler Arndt Klingelhöfer aus Mainz begleitet, der unter anderem für das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) in Wiesbaden als Filmreferent tätig ist. Darüber hinaus ist Klingelhöfer Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Wiesbaden sowie der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) in Berlin. Als Dialogautor für Fernsehserien, Mitwirkender an Jugendmedienschutz-Projekten der FSK und Leiter von Film-Workshops in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden verfügt er über langjährige Erfahrung in der Film- und Medienbildung.
Herr Klingelhöfer gibt eine Einführung in den Film, ordnet dessen historische und propagandistische Bedeutung ein und steht im Anschluss für eine gemeinsame Diskussionsrunde zur Verfügung.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, die sich mit den Mechanismen nationalsozialistischer Propaganda und deren Wirkung auseinandersetzen möchten. Ziel ist es, historische Aufklärung zu fördern und die Bedeutung von Medienkompetenz und Erinnerungskultur zu fördern.
Eintritt ist frei – Teilnahme auf Spendenbasis
Altersempfehlung ab 15 Jahren

Der vorläufige negative Höhepunkt antijüdischer Maßnahmen waren auch in Buchen die Novemberpogrome am 9. November 1938.
Neben der Zerstörung der Inneneinrichtung der damals bereits (zwangs-)verkauften Synagoge in der Vorstadt wurde auch massiv mit Gewalt gegen die noch verbliebene jüdische Bevölkerung vorgegangen. Der Kaufmann Strauß wurde von einem SS-Mann gequält, er stach mit einer Mistgabel auf ihn ein und trat ihm zwei Rippen ein. Jakob Mayer wurde von einem SA- und SS-Mann zusammengeschlagen.
Auch in den jüdischen Gemeinden Bödigheim, Eberstadt und Hainstadt kam es zu Misshandlungen und Zerstörungen, in Eberstadt wurde die Witwe Susanna Stern durch den Ortgruppenleiter Adolf Heinrich Frey ermordet.
Zum Gedenken an diese Geschehnisse und an die daran anschließende Verfolgung und Ermordung von Menschen aus Buchen und den heutigen Stadtteilen – bisher sind die Namen von rund 100 NS-Todesopfern bekannt – veranstaltet die Stadt Buchen in Kooperation mit der Stiftung Bücherei des Judentums und der Hermann-Cohen-Akademie jährlich eine Gedenkveranstaltung in den letzten verbliebenen Räumen der einstigen Buchener Synagoge.
Die Gedenkveranstaltung findet um 18 Uhr in der der „Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus“ am Jakob-Mayer-Platz statt und ist Teil der Veranstaltungsreihe „buchen gedenkt den Novemberpogromen 1938“. Im Anschluss findet um 19 Uhr im Klösterle eine Lesung von Anke Heimberg aus dem Buch „Gast in der Heimat“ von Viktoria Wolff statt.
Die Veranstaltung ist eine gemeinschaftliche Kooperation der Stadt Buchen, der Stiftung Bücherei des Judentums und Buchengedenkt
Staadt Buchen, Stiftung Bücherei des Judentums & Buchengedenkt
Die Literaturwissenschaftlerin Anke Heimberger stellt die Neuauflage des Exilroman „Gast in der Heimat“ von Viktoria Wolff vor, der 1935 im Amsterdamer Querido Verlag erschien und 1936 im nationalsozialistischen Deutschland sofort verboten wurde.
Anhand der jüdisch-protestantischen Kaufmannsfamilie Martell-Dortenbach zeichnet Wolff eindringlich das schleichende, dann immer offenere Erstarken des Nationalsozialismus in einer süddeutschen Weinstadt nach. Der Roman schildert die zunehmende Entfremdung zwischen Menschen, die sich einst nahestanden – Verwandten, Freunden und Nachbarn –, unter dem wachsenden Einfluss der NS-Diktatur. Zugleich erzählt er vom schmerzhaften Verlust von Heimat und Zugehörigkeit sowie vom schwierigen Weg ins rettende Schweizer Exil.
Wolffs Werk ist ein frühes literarisches Zeugnis der Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Bürgerinnen und Bürger – und ein bewegendes Dokument über den Zerfall gesellschaftlicher Bindungen in Zeiten politischer Radikalisierung.
Im Herbst 2021 konnte der Roman, 85 Jahre nach seinem Verbot, erstmals als deutsche Buchausgabe im AvivA Verlag erscheinen – mit einem ausführlichen Nachwort und herausgegeben von der Literaturwissenschaftlerin Anke Heimberger.
Veranstalter Stiftung Bücherei des Judentums